Stellungnahme

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Liebe Menschen,

euch ist womöglich schon zu Ohren gekommen, dass derzeit fraglich ist ob und wie das FATAL weiter bestehen wird. Da wir mit den betreffenden Instanzen ins Gespräch kommen wollten, und die Umstände erst mal sacken lassen mussten, kommt dieses Statement etwas verzögert. Trotz unseres bisherigen Stillschweigens haben uns bereits sehr viele Solidaritätsbekundungen erreicht. Wir sind echt überwältigt von eurer regen Anteilnahme, eure Unterstützung können wir gerade wirklich gut gebrauchen!

Kurz zum aktuellen Stand: Die Nutzungsvereinbarung für das FATAL wurde zum 31.03.2019 gekündigt. Grund dafür sind anstehende Umbaumaßnahmen an der Mensa, die nach Stand unserer Kenntnis auch unsere Räumlichkeiten betreffen oder deren Nutzung in Teilen der Bauphase verhindern. Genaueres wissen wir noch nicht, allerdings werden Gespräche Ende nächster Woche für mehr Klärung sorgen. Ob das FATAL weiterhin bestehen kann und wenn ja in welcher Form, ist momentan noch nicht abzusehen.

Seit über 30 Jahren stellen wir als selbstverwaltete Unikneipe einen wesentlichen Anteil der Kulturlandschaft in der Universitätsstadt Landau. Wir bieten sowohl regionalen als auch internationalen Künstler*Innen eine Bühne. Dabei steht nicht der Profit im Mittelpunkt, uns geht es vielmehr darum ein möglichst facettenreiches Kulturangebot auf die Beine zu stellen. Wichtig ist uns dabei auch, dass unsere Veranstaltungen für alle Menschen erschwinglich sind, unabhängig von der Größe ihrer Geldbeutel. Um das zu ermöglichen stemmen wir den Betrieb des Ladens von Putzen über Thekenschichten bis hin zur Organisation von Konzerten neben Jobs und Studium ehrenamtlich und mit viel Hingabe. Auch die Unterstützung der Studierendenschaft und des Studierendenwerkes tragen erheblich dazu bei.

Neben Konzerten bieten wir zudem regelmäßig einen Versammlungsort für Vorträge, Diskussionsrunden oder Treffen von politisch aktiven Gruppen. Damit ist das FATAL ein wichtiges Bindeglied zwischen Universitäts- und Stadtleben. Dabei verstehen wir uns als Freiraum für einen respektvollen Umgang, unabhängig von Herkunft, gesellschaftlicher Stellung, Geschlecht oder sexueller Orientierung. Das ist unserer Meinung nach gerade in Zeiten um sich greifender Intoleranz und voranschreitenden Rechtsrucks ein existenzieller gesellschaftlicher Beitrag.

Es steht also einiges auf dem Spiel. Es fällt schwer sich Landau ohne unser geliebtes Kellerloch vorzustellen. Falls es Euch genauso geht, freuen wir uns über jegliche Unterstützung. Wir halten Euch über alle weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.

Mit hoffnungsvollen Grüßen

eure Fatalist*innen